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Eingebettet in wohliger Wärme, umschlossen von weichen Wänden wachse und gedeihe ich im Dunkeln meines trauten Zuhauses. Von draußen dringen manchmal Geräusche zu mir und bieten eine willkommene Abwechslung zum rhythmischen Pochen, welches ununterbrochen durch die mich umgebende Flüssigkeit mein Ohr erreichen. Seit Wochen schon bin ich in diesem Raum und je länger ich hier verweile, umso enger und unbequemer wird die mich umschließende Hülle, welche mir Schutz und Geborgenheit gibt. Manchmal höre ich Stimmen – ganz nah –, und ein sanfter Druck schiebt mich zur Seite. Als ich dagegen drücke, höre ich erneut Stimmen und wieder drückt jemand sanft gegen mein Zuhause. Im Nachbarraum muss jemand sein, der mir Zeichen gibt und so antworte ich mit meinen begrenzten Möglichkeiten.
Wieder sind Wochen vergangen, die Enge wird unerträglich und ich spüre eine Veränderung, wie ich sie vorher nie kannte. Ich fühle etwas Neues auf mich zukommen, etwas noch nie Dagewesenes. Angst überkommt mich und ich möchte dem Unbekannten entfliehen, doch unweigerlich zieht es mich in die neue Situation. Das ruhige rhythmische Pochen hat sich in ein wildes Klopfen verwandelt und die mich umgebenden Wände, welche mir bisher Schutz und Sicherheit gaben, drücken mich erbarmungslos nach unten in eine enge, sich immer mehr dehnende, mich verschlingende Öffnung.
Dann die Katastrophe, das Schlimmste, was passieren kann, geschieht: Die dünne, mich umgebende Hülle platzt und die wärmende Flüssigkeit verschwindet in der sich immer weiter dehnenden Öffnung. Wieder werde ich nach unten gedrückt, ich kämpfe in Todesangst gegen das Geschehen an, doch es gibt kein Zurück mehr. Die mir bekannte Welt existiert nicht mehr, alles, was mir Halt und Sicherheit gab, ist zerstört. Das Chaos regiert und ich werde in die alles verschlingende Öffnung gepresst. Das ist das Ende, ich werde sterben. Mit Macht kämpfe ich mich durch den Schlund, der mich gefangen hält, bis der Druck nachlässt und mich schlagartig aus dem Würgegriff befreit. Stattdessen blendet mich ein grelles Licht und eisige Kälte dringt an meinen nassen, blutverschmierten Körper. Noch etwas geschieht, was es bisher noch nicht gab: Unwillkürlich schnappe ich nach Luft: unbeholfen, unregelmäßig und hastig. Ich atme! Flinke Hände heben mich hoch und durchtrennen zu meinem Entsetzen meine lebenswichtige Nabelschnur. Nun ist mein Schicksal endgültig besiegelt. Ohne Nabelschnur keine Nahrung – ohne Nahrung kein Leben.
Nach Stunden des Kampfes und der Veränderung nun noch bange Minuten, was weiter geschehen wird.
Noch lebe ich und beginne sogar zu hoffen. Denn nun liege ich auf dem wärmenden
Körper meiner Mutter, fühle wieder die Geborgenheit durch das
gleichmäßige rhythmische Pochen ihres Herzens und die neue Welt
ist in Ordnung. 
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